Michael Kohlhaas Zusammenfassung – Inhaltsangabe



Im Folgenden findet ihr eine ausführliche ZusammenfassungInhaltsangabe des Werkes Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist. Dieses Buch ist Pflichtlektüre im Fach Deutsch Abitur in Hessen 202.

Aus einer alten Chronik (1810)

In Brandenburg („an den Ufern der Havel“) lebt um die Mitte des sechzehnten Jahrhundert der Roßhändler Michael Kohlhaas. Bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr gilt er als Musterbürger, der seine Kinder in Gottesfurcht erzieht und wohltätig und gerecht ist. Dieses Rechtsgefühl macht ihn aber zum Räuber und Mörder.

Mit einer Herde junger Pferde zieht er nach Sachsen, um diese zu verkaufen. An der Elbe bei der stattlichen Tronkenburg ist ein Schlagbaum aufgebaut. Die Zöllner verlangen im Auftrag des Junkers Wenzel von Tronka Zoll, den Kohlhaas bezahlt. Danach erscheint jedoch der Burgvogt und verlangt von Kohlhaas einen Erlaubnisschein, da ohne diesen kein Pferd über die Grenze gebracht werden dürfte. Kohlhaas verspricht die fehlende Genehmigung in Dresden einzuholen. Der Burgvogt verlangt jedoch als Sicherheit zwei Rappen. Kohlhaas beugt sich der Gewalt und läßt die Pferde unter der Aufsicht eines Knechtes zurück.

In Dresden stellt Kohlhaas fest, dass er keinen Paßschein gebraucht hätte und läßt sich eine entsprechende Bescheinigung ausstellen. Auf der Rückreise will er seine Pferde abholen. Doch diese sind abgemagert und verwahrlost, da sie zur Feldarbeit missbraucht wurden. Auch ist sein Knecht geprügelt und weggejagt worden. Kohlhaas fordert von dem Junker seine „wohlgenährten und gesunden Pferde“ zurück. Nachdem dieser dies ablehnt, läßt Kohlhaas die Pferde zurück und reitet nach Hause.

Dort berichtet ihm seine Frau, dass sein Knecht vor vierzehn Tagen „auf das jämmerlichste zerschlagen“ zurückgekehrt und bettlägrig ist. Um „die öffentliche Gerechtigkeit“ zu verlangen, verfaßt Kohlhaas mit Hilfe eines Rechtsgelehrten eine Beschwerde, in der er Bestrafung und Schadensersatz fordert. Aufgrund der klaren Rechtslage reicht er in Dresden Klage bei Gericht ein und kehrt beruhigt nach Hause zurück. Nach vielen Monaten ohne Nachricht erfährt er, dass seine Klage niedergeschlagen wurde, da der beklagte Junker mit Hinz und Kunz von Tronka verwandt wäre, die bei Hofe einflussreiche Stellungen hätten.  Weiterhin solle er seine Pferde zurücknehmen und das Gericht mit weiteren Klagen verschonen.

Der Stadthauptmann, Heinrich von Geusau, sagt Kohlhaas seine Unterstützung zu und schreibt eine Bittschrift an den Kurfürsten von Brandenburg, der Kohlhaas beim Kurfürsten von Sachsen Gerechtigkeit verschaffen soll. Der Kurfürst gibt den Vorgang zur Bearbeitung an seinen Kanzler weiter, der aber wegen seiner Verwandschaft mit dem Beklagten nichts unternimmt. Kohlhaas schäumt vor Wut und will jetzt selbst beim Kürfürsten vorsprechen. Seine Frau Lisbeth erklärt ihm, dass es für eine Frau einfacher ist eine Bittschrift zu überreichen. Außerdem hätte  sie gute Beziehungen zum Hofe, da der kurfürstliche Schlossverwalter früher um sie als Ehefrau geworben hätte. Kohlhaas schickt seine Frau an den Hof des Kurfürsten. Als sie sich dort mit der Bittschrift zum Landesherrn vordrängt, wird sie von einer übereifrigen Wache mit einer Lanze schwer verletzt. Nach Hause zurückgekehrt erwacht sie kurz vor ihrem Tode und zeigt ihrem Mann noch in der Bibel die Stelle „vergib deinen Feinden“. Nachdem nun auch der Landesherr unter Androhung von Strafe Kohlhaas Gesuch ablehnt, plant Kohlhaas seine Rache. Er verkauft alle Besitzungen in Brandenburg und Sachsen und setzt dem Junker einen Termin ihm die Pferde wohlgenährt zu übergeben. Nachdem der Termin verstrichen ist, greift er mit seinen Knechten die Tronkenburg an. Dort werden die meisten Schlossbewohner getötet, jedoch gelingt dem Junker die Flucht. Er versteckt sich im Frauenkloster Erlabrunn, deren Äbtissin seine Tante ist und flieht danach nach Wittenberg. Kohlhaas verfasst das sogenannte „Kohlhaasische Mandat“, in dem er alle Bürger des Landes auffordert den Junker Wenzel von Tronka nicht zu schützen und an ihn auszuliefern. Kohlhaas verfolgt den Junker und erhält unterwegs immer mehr Zulauf. Nachdem Wittenberg den Junker nicht ausliefert, legt er dort viele Häuser in Schutt und Asche. Die Versuche ihn mit Waffengewalt zu stoppen scheitern. Um den Junker zu fassen folgt er ihm nach Leipzig und steckt auch dort die Stadt an mehreren Stellen in Brand. Zwischenzeitlich ist seine Herrschar immer größer geworden und Kohlhaas nennt sich selbst „Statthalter des Erzengels Michaels“ und fordert das Volk auf sich ihm anzuschließen, um eine bessere Weltordnung zu schaffen.

Martin Luther kritisiert in einem Plakat Kohlhaas Vorgehen. Daraufhin reitet Kohlhaas nach Wittenberg zu Luther. Dieser zeigt ihm nochmals sein ungerechtes Verhalten auf, verspricht ihm jedoch Fürbitte beim Kurfürsten einzulegen und für ein freies Geleit zu sorgen, falls er seinen Heerhaufen auflöse. Luther schreibt an den Kurfürsten und dieser gewährt Kohlhaas freies Geleit und völlige Amnestie, falls er den Prozess gegen den Junker gewinnt. Kohlhaas bringt seine Klage bei Gericht vor. Er hinterlegt das erbeutete Geld, die Wafffen und die Gegenstände beim Gericht in Lützen. Der zwischenzeitlich inhaftierte Junker Wenzel wird aus der Haft in Wittenberg entlassen und soll sich zu der gegen ihn eingereichten Klage vor Gericht äußern. Da erfährt er, dass ein Pferdeabdecker mit zwei schwarzen Pferden, die angabegemäß Kohlhaas gehörten, in die Stadt gekommen sei. Auch Kohlhaas wird zur Besichtigung der Pferde auf den Markt geführt. Er bestätigt, dass es seine Pferde sind, die sich in einem erbärmlichen Zustand befinden. Der Kämmerer, Herr Kunz (Vetter vom Junker Wenzel), will die Pferde dem Abdecker abkaufen.  Der Rädelsführer der dort versammelten Menge, Meister Himboldt, verhindert dies und es kommt zu einem  handgreiflichen Tumult, der erst durch einen Trupp Landsknechte aufgelöst wird. Der gutgemeinte Versuch dem Rosshändler Kohlhaas seine Pferde wieder zu beschaffen war gescheitert.  Durch diese unglückliche Aktion und dem Verdacht, dass Kohlhaas der Anführer einer Bande sei, die sein ehemaliger Knecht Nagelschmidt gegründet hatte, richtete sich die Volksstimmung gegen Kohlhaas. Obwohl es diesem gelingt seine Unschuld zu beweisen, wird er als Gefangener behandelt und unter Hausarrest gestellt. Der von allen in den Wäldern des Erzgebirges bedrängte Nagelschmidt schreibt einen Brief an Kohlhaas und bietet ihn für die Befreiung aus der Gefangenschaft die Führung der Räuberbande an. Da sich der Prozess immer länger hinauszögert und immer mehr Argumente gegen ihn eingebracht werden, entschließt sich Kohlhaas das Angebot anzunehmen und schreibt einen Antwortbrief. Dieser wird jedoch abgefangen und Kohlhaas wird im Auftrag des Kurfürsten von Sachsen in Ketten in den Stadtturm gebracht und im anschließenden Prozeß zum Tode durch Vierteilung verurteilt.

Der Kurfürst von Brandenburg, der dies erfährt, verlangt die Auslieferung von Kohlhaas, da er ein brandenburgischer Untertan ist. In Brandenburg soll über ihn Recht gesprochen werden. Der Forderung wird durch Aufstellung einer Armee von fünftausend Mann an der Staatsgrenze Nachdruck verliehen. Kohlhaas wird nach Berlin transportiert. Unterwegs trifft er auf die Jagdgesellschaft des Kurfürsten von Sachsen. Der Kurfürst sieht an der Brust von Kohlhaas eine Kapsel mit einem versiegelten Zettel. Es stellt sich heraus, dass es der Zettel einer Zigeunerin ist, die den Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen die Zukunft ihrer Adelsgeschlechter  vorhergesagt hat. Die entsprechenden Angaben, wer der letzte Regent ist und wann und durch wen er gestürzt wird, waren für den Kurfürsten von Sachsen von der Zigeunerin auf einen versiegelten Zettel geschrieben worden. Diesen Zettel hat die Zigeunerin Kohlhaas übergeben, zum Schutz vor einer Bestrafung. Der Kurfürst versucht mit allen Schlichen, den Zettel zu bekommen. So schreibt er einen Brief an den Kaiser und bittet von einer Verurteilung von Kohlhaas abzusehen. Der Kaiser besteht jedoch auf den Fortgang des Gerichtsverfahrens. Ferner schaltet er eine angebliche Doppelgängerin der Zigeunerin ein, die den Zettel Kohlhaas abschwatzen soll. Es stellt sich aber heraus, dass es sich um die echte Zigeunerin handelt, die Kohlhaas alles verrät.

Kohlhaas wird wegen der „verübten Gewalttaten“ vom Gericht zum Tode durch das Schwert verurteilt. Vor der Hinrichtung erfährt er von der Zigeunerin, dass auch der Kurfürst von Sachsen zu der Hinrichtung nach Berlin kommt und versuchen will den Zettel an sich zu bringen. Sein Verfahren in Dresden gegen den Junker von Tronka gewinnt Kohlhaas in allen Punkten und der Junker wird neben Schadensersatz zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Nachdem er jetzt Gerechtigkeit erfahren hat, ist er bereit seine gerechte Strafe zu empfangen. Kurz vor der Hinrichtung entsiegelt er den Zettel, liest ihn und isst ihn  auf. Der anwesende Kurfürst von Sachsen fällt mit Krämpfen in Ohnmacht. Das Urteil wird ausgeführt und Kohlhaas mit dem Schwert der Kopf abgeschlagen. Die Leiche wird auf dem Friedhof beerdigt und seine Söhne werden zu Rittern geschlagen und in einer Pagenschule erzogen.

Viel Spaß mit der Michael Kohlhaas Zusammenfassung wünscht Schul-Wissen.de



20 Kommentare

  • Ich

    Erstmal: klasse Inhaltsangabe..

    jedoch vermisse ich den Anschlag der 3 „Kohlhaaschen Mandate“…

  • Anni

    Ihc finde die Zusammenfassung sehr gelungen. Meiner Meinung nach fehlt eine wichtige Szene: die Abdeckerszene. Dort wendet sich das ganze Blatt, d.h. danach kommt es zur Verurteilung von Kohlhaas und dem Junker, usw.

    Aber trotzdem: Daumen hoch!!!

    LG Anni

  • andrea

    Ich hoffe mal, die Zusammenfassung bringt mich darum, das Buch nicht lesen zu müssen 😀

  • ein Anderer

    Erstmal muss gesagt werden: Vielen Dank für diesen Beitrag, der – da das Thema M.Kohlhaas ist – bestimmt viel Arbeit bereitet hat. Der Text ist ziemlich hilfreich und gibt einen guten, wenn auch recht groben, Überblick über die Thematik. Jedoch sind manche Aspekte nicht enthalten bzw. (meines Erachtens nach) falsch interpretiert/verstanden worden. Um ein Bsp. zu nennen: Kohlhaas‘ Frau reist nicht nach Dresden, weil es für Frauen einfacher ist Bittschriften zu überbringen, sondern da speziell sie gewisse Beziehungen aus der Vergangenheit am Hofe hat.

    Trotzdem: Dieser Text ist wunderbar dazu geeignet, sich, wenn man das Buch schon gelesen hat, einen Überblick zu verschaffen (Daumen hoch!!). Ich kann jedoch denen, die das Buch nicht gelesen haben nur empfehlen, das Buch – auch wenn es meines Erachtens nach literarisch ungenießbar ist – zu lesen, da eine solche Zusammenfassug eben nicht die ganze Wahrheit ist.

    Fazit:
    Trotz meiner Kritik (die konstruktiv und nicht „schlechtmacherisch“ gemeint sein soll): ein großes Lob an den Verfasser, denn ich schließe mich „Heinrich von Kleist“ ( gemeint ist nicht der Schriftsteller sondern mein sozusagen Vorredner)an:

    Ich hätte es selber nicht besser schreiben können!

  • Heinrich von Kleist

    ich hätte es selber nicht besser schreiben können!

  • B.

    Vielen Dank für die gute ausführliche Zusammenfassung!

  • faule SChülerin

    Danke!!

  • kildo

    Super Zusammenfassung, (fast) alle wichtigen Punkte dabei in richtiger und UNVERDREHTER zeitlicher und inhhaltlicher Abfolge – Toll!!!

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