Parabel Beispiel – Gibs auf – Franz Kafka – Interpretation
In der Parabel Gibs auf von Franz Kafka, die 1983 von seinem Freund Max Brod veröffentlicht wurde, geht es anscheinend um einen gescheiterten Neuanfang.
Eine Person macht sich am frühen Morgen auf den Weg zum Bahnhof. Sie vergleicht ihre Uhr mit der Turmuhr und stellt fest, dass es schon später ist. Da sich die Person nicht gut auskennt, gerät sie in Panik und fragt einen Schutzmann nach dem Weg. Dieser erwidert, dass sie es aufgeben soll und wandte sich ab.
Die Parabel ist einsträngig aufgebaut, wodurch sie allgemein zugänglich ist und der Fokus auf der Hauptfigur und deren Taten liegt. Durch den zusammenhängenden Text ohne Sprünge wird die Parabel lückenlos und leicht verständlich wiedergegeben. Die Parabel wird von einen Ich-Erzähler erzählt. Dies ermöglicht dem Leser, sich in die Person hineinzuversetzen. Der normalsprachliche Stil spricht mehrere Lesergruppen an.
Franz Kafka beschreibt die Straßen als “rein” und “leer” (Zeile 1). Dadurch erwartet der Leser, dass der Protagonist reibungslos ohne Verspätung am Bahnhof ankommt. Beim Vergleichen der beiden Uhren schenkt er der Turmuhr mehr Autorität als seiner eigenen. Dabei zieht er nicht in Betracht, dass auch die Turmuhr falsch gehen könnte. Um den Bahnhof zu erreichen, muss er bei jeder Straßenecke sich entscheiden, welche Straße er auswählen soll. Es entsteht dadurch der Eindruck eines Labyrinths. Der Schutzmann, von dem man ein vorbildliches Verhalten erwartet und von dem man denkt, dass er der Person weiterhelfen würde, verhält sich arrogant und hochnäsig. Der erste Satz der Parabel ist sehr kurz, wobei die Lage noch ruhig und entspannt ist. Der zweite Satz hingegen streckt sich über vier Zeilen. In diesem Satz verbreitet die Hauptperson Panik. Durch die Aneinanderreihung von vielen Sätzen im zweiten Satz wird die Orientierungslosigkeit der Person deutlich. Auffällig ist auch noch, dass der Schutzmann, auf eine normal gestellte Frage, zuerst eine Frage stellt, anstatt eine Antwort gibt. Dadurch will er dem Mann zeigen, dass er übergeordnet ist (Zeile 6). Den Ausspruch “Gibs auf” (Zeile 7) wiederholt der Polizist zweimal, wodurch er hervorgehoben wird. Der kurze Dialog der Beiden erreicht eine Gegenüberstellung?
Aufgrund der dargelegten Untersuchungsergebnisse gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um einen gescheiterten Neuanfang einer Person handelt. Anfangs hat die Person die besten Bedingungen für einen Neuanfang (Zeile 1). Der Banhof ist hierbei ihr Ziel, wo sie ihren Neuanfang beginnen will. Um das Ziel, den Neuanfang, zu erreichen, muss man Entscheidungen treffen, welche in der Parabel durch die Straßen (Zeile 1) dargestellt werden. Bei einem Neuanfang soll man sich nur auf sich selbst verlassen und sich von keiner höheren Ordnung, wie zum Beispiel der Zeit, beeinflussen lassen. Für einen Neuanfang soll sich jeder die Zeit nehmen, die man braucht und soll sich nicht unter Druck setzen lassen, da jeder Mensch individuell ist. In der Parabel wurde hierbei der Bahnhof gewählt, da Franz Kafka zeigen wollte, dass, wenn man den einen Zug verpasst, später auch noch einer in ein neues Leben führt. Der Schutzmann (Zeile 5) stellt in der Parabel, wie auch die Zeit, die höhere Ordnung dar. Auf diese soll man sich nicht verlassen, da diese einem bei einem Neuanfang nicht helfen kann. Der Ausspruch des Schutzmann “Gibs auf” (Zeile 7) sagt der Person, dass der Neuanfang gescheitert ist, da sie sich darauf zu wenig vorbereitet hat.
Die aus der Gesamtinterpretation folgenden Tatsachen und Aspekte bestätigen meine Deutungshypothese, dass es um einen gescheiterten Neuanfang geht. Ich finde diese Parabel gelungen, das sie dem den Anstoß gibt, was bei einem Neuanfang zu beachten ist und was man nicht machen sollte.
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Schöne Interpretation!